Beratende Mitgliedschaft im Landesjugendhilfeausschusses

Am 30.04.2015 wurde der Landesjugendhilfeausschuss konstituiert. Neu dabei sind die muslimischen Verbände DITIB und SCHURA und die Alevitische Gemeinde. „Das ist ein Signal für die Vielfalt der Jugendhilfe in Niedersachsen und Abbild der Gesellschaft," erklärte die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt. Der Landesjugendhilfeausschuss löst den Landesbeirat ab und hat im Gegensatz zu diesem verbindliche Beschlussrechte.

Presseinformation des Nied. Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 30.04.2015:

 

Mitglieder wählen Bernd Heimberg zum Vorsitzenden

 

Der Landesjugendhilfeausschuss hat heute bei seiner konstituierenden Sitzung Bernd Heimberg, den Bereichsleiter Bildung, Erziehung und Freiwilligendienste evangelischer Kirchen in Niedersachsen e.V., zum Vorsitzenden gewählt. Heimberg hatte bereits den Vorsitz des Landesbeirats für Kinder- und Jugendhilfe inne. „Öffentliche und freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe stehen vor großen Herausforderungen. Es geht darum, dass alle Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen die gleichen Chancen erhalten, ihr Leben selbstbestimmt zu führen und an der Gesellschaft teilzunehmen. Keine/r darf aufgrund seiner Herkunft, sozialen Lage, Hautfarbe oder seines Geschlechts ausgegrenzt werden", sagt Bernd Heimberg.

 

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt begrüßt die Wahl des versierten Fachmanns und freut sich über den erweiterten Mitgliederkreis. Neu dabei sind auch die muslimischen Verbände DITIB und SCHURA und die Alevitische Gemeinde. „Das ist ein Signal für die Vielfalt der Jugendhilfe in Niedersachsen und Abbild der Gesellschaft. Die Mitglieder des Landesjugendhilfeausschusses sind dicht dran an den Kindern und Jugendlichen. Sie werden die Brücke zwischen Praxis und Landespolitik bilden."

 

Der Landesjugendhilfeausschuss ersetzt den noch bis vor kurzem agierenden Landesbeirat. Dieser durfte sich zwar mit allen Angelegenheiten der überörtlichen Jugendhilfe und der Familienpolitik befassen. Seine Beteiligungsrechte beschränkten sich aber darauf, dass er seine Beratungsergebnisse den obersten Landesjugendbehörden „zur Erwägung" zuleiten durfte. Der Landesjugendhilfeausschuss dagegen hat - und das ist ein wesentlicher Unterschied zum Landesbeirat - verbindliche Beschlussrechte und die Möglichkeit, die eigenen Beschlüsse und Stellungnahmen unabhängig zu veröffentlichen. „Das ist ein enormer Zuwachs an Bedeutung und Gestaltungsspielraum", so Rundt.

 

Im Dezember hatte der Landtag den Weg für die Einrichtung des Ausschusses freigemacht, der die fachliche Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in Niedersachsen stärken soll. Den ehemaligen Landesjugendhilfeausschuss hatte die Vorgängerregierung am 1. Januar 2007 abgeschafft - gegen das Votum der Verbände der Kinder- und Jugendhilfe.

 

Der Landesjugendhilfeausschuss hat 18 stimmberechtigte Mitglieder aus den Bereichen Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit, Kommunen, katholische und evangelische Kirche, Inklusion, Kinder- und Jugendschutz, Migration und Tageseinrichtungen für Kinder. Die beratenden Mitglieder kommen aus den Bereichen Fraktionen des Landtags, Arbeitsgemeinschaft der Jugendämter Niedersachsen/Bremen, Erziehungs- oder Sozialwissenschaften, Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände Niedersachsen, Alevitische Gemeinde Deutschland e. V., Jüdische Gemeinden von Niedersachsen und Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen sowie dem Landesverband der Islamischen Religionsgemeinschaften (DITIB) und dem Landesverband der Muslime in Niedersachsen (SCHURA).