Rassistische Übergriffe in Clausnitz / Sachsen: Wer könnte schweigen?

Muslimische Bürger Niedersachsens sind empört über Ausländerhass und polizeilicher Kadermentalität

 

Die Würde des Menschen zu achten und zu ehren ist einer der wichtigsten grundlegenden Werte unseres Landes! Die Nachrichten aus Clausnitz/Sachsen, die von massiven Bedrohungen und Pogromstimmungen gegenüber ankommenden Flüchtlingen, ja sogar Kindern berichten, machen uns fassungslos!

Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen, die im Vertrauen darauf zu uns vor Krieg geflüchtet sind, werden bedroht, beschimpft und beleidigt! Statt die betrunkene und Hasstiraden grölende Menge ins polizeiliche Visier zu nehmen, müssen nun die Flüchtlinge mit Strafverfahren der sächsischen Polizei rechnen. Woher wusste der Mob von Ort und Zeit der Busankunft? Warum konnte der Bus nicht umgeleitet werden? Warum die polizeiliche Gewalt gegen die verängstigten Flüchtlingskinder und nicht gegen den betrunkenen Mob?

Das ist aus unserer Sicht nicht hinzunehmen, es entspricht weder unserem Grundgesetz noch unserem Verständnis von Menschlichkeit noch den Werten, nach denen wir in diesem Land gemeinsam leben und leben wollen. Wir fordern daher mit allem Nachdruck, dass Politik und Zivilgesellschaft sich diesem Verhalten entschieden und schnell entgegenstellen und es deutliche Konsequenzen für die Verantwortlichen gibt! Mehr Aufklärung ist nötig und sicherheitshalber mehr Ordnungskräfte einschließlich gehöriger interkultureller Schulung. Als Bürger unseres Landes sehen wir uns in der Pflicht, Schutzbedürftigen Frieden zu gewährleisten!

 

Avni Altiner, Firouz Vladi (Vorstand)

Schura Niedersachsen e.V., Hannover, 21.02.16

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Rassistische Übergriffe in Clausnitz / Sachsen: Wer könnte schweigen?
Pressemitteilung vom 21.02.2016
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