Wir sind Teil der deutschen Gesellschaft

Recep Bilgen ist neuer Vorsitzender der Schura Niedersachsen. Er nimmt Stellung zur aktuellen Diskussion um den geplaten Vertrag mit der Landesregierung und dem Vorwurf, die Schura werde nun an der Türkei-Politik orientiert.

Die Landesregierung bremst das Tempo für den Islamvertrag mit der Begründung, man müsse sich den neuen Schura-Vorstand erst anschauen. Der neue Vorsitzende sind Sie. Warum ist es so plötzlich zum Wechsel an der Spitze gekommen?

Personelle Veränderungen aufgrund turnusmäßiger Neuwahlen sind in einem demokratisch strukturierten Verband wie der Schura ein völlig normaler Vorgang. Es ist für mich verständlich, dass die Regierung und der neue Vorstand sich erst einmal kennenlernen müssen.

 

Sie gelten als eher konservativ, Ihr Vorgänger Altiner als „liberal“...

Das ist eine Klassifizierung, die immer wieder gerne herangezogen wird, ich würde mich keiner dieser „Schubladen“ zuordnen.

 

Sie stehen Milli Görüs nahe, einer in Deutschland lange Zeit umstrittenen Vereinigung.

Milli-Görüs-Gemeinden waren bei der Schura Niedersachsen von Anfang an mit dabei und haben den Verband mit aufgebaut und geprägt. Die von der Schura vertretenen Inhalte und Positionen waren auch immer die der hiesigen Milli-Görüs-Gemeinden.

 

Es gibt Befürchtungen, die Schura werde jetzt noch dogmatischer, noch stärker an der Türkei-Politik orientiert.

Das ist Unsinn. Die Schura ist eine unabhängige Religionsgemeinschaft der Muslime in Niedersachsen. Wir sehen uns als Teil der deutschen Gesellschaft.

 

 

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 29.04.2016