Neue Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht

Festliche Verleihung der ersten sieben Idschaza-Urkunden am 25. April 2013 mit Ansprache von Frau Doris Schröder-Köpf als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe (rechts im Bild).
Festliche Verleihung der ersten sieben Idschaza-Urkunden am 25. April 2013 mit Ansprache von Frau Doris Schröder-Köpf als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe (rechts im Bild).

Niedersachsen hat als erstes Bundesland in Deutschland regulären islamischen Religionsunterricht im Sinne der Verfassungsvorgaben eingeführt. Die beiden Verbände, die die Muslime in Niedersachsen gegenüber dem Land vertreten (DITIB Landesverband Niedersachsen-Bremen und Schura Niedersachsen), haben dazu 2011 wirksam einen gemeinsamen Beirat gebildet. Dieser nimmt gegenüber dem Land die Aufgaben der Religionsgemeinschaft im Sinne des Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes war.

 

Im Ergebnis wird der islamische Religionsunterricht, der seit 10 Jahren als Schulversuch in z. Z. 42 Grundschulen mit mehr als 2.000 SchülerInnen lief, binnen ca. 10 Jahren auf das ganze Land in allen Altersstufen ausgedehnt. Diese Zeit ist erforderlich, um die benötigten Lehrkräfte auszubilden.


Ab Schuljahr 2012/13 wurde der islamische Religionsunterricht in den Grundschulen allgemein eingeführt und ab 2013/14 auch in der Sekundarstufe I. Pünktlich konnte die Entwicklung und Abstimmung eines Kerncurriculums für den Sek. I-Bereich durch eine Kommission des Kultusministeriums fertiggestellt werden. Mitglied in dieser Kommission war auch der seitens Schura und DITIB berufene Imam Hasan Agirbas, ebenso war Frau Annett Abdel-Rahman von der Schura eine der Autorinnen des KCs.

 

Der IRU-Beirat hat seine Arbeit im Dezember 2011 aufgenommen, nachdem beide Verbände den Beirat personell besetzt und eine Idschaza-Ordnung für Niedersachsen (die erste in Deutschland und mit Pilotfunktion) beschlossen haben. Seitens Schura sind Annett Abdel-Rahman und Dr. Kathrin Klausing im Beirat, Vertreter ist Abdullah Aksel. Für DITIB sind im Beirat Mehmet Soyhun und Melike Zambak, Vertreterin ist Emine Oguz. Die Geschäftsführung ist ab 2014 auf Penbe Güldogan übergegangen, nachdem Firouz Vladi diese Aufgabe die ersten beiden Jahre übernommen hatte.


Die Beiratsarbeit war 2014 durch die Erteilung von Idschazas an ca. 40 Lehrkräfte gekennzeichnet. Eine weitere Aufgabe des Beirates ist die Prüfung der in Niedersachsen gesetzlich vorgesehenen Zulassung von Schulbüchern für den islamischen Religionsunterricht, im Ergebnis gab es Zustimmungen und Ablehnungen.

 

Schura Niedersachsen möchte seine Mitglieder ausdrücklich motivieren, das Studium der islamischen Religionspädagogik aufzunehmen, da grundständig ausgebildete LehrerInnen für den Islamunterricht gebraucht werden. Durch das bisher praktizierte Kopftuchverbot für andere Fächer werden muslimische Abiturientinnen von diesem Studium bislang leider abgehalten.

 

Im Auftrag der Moscheeverbände geht Schura davon aus, dass diese Frage im Kontext der Staatsvertragsverhandlungen zufriedenstellend gelösten werden kann, inshaAllah. Es ist Schura und DITIB hier ein gemeinsames Anliegen, die vorhandene Pluralität muslimischer Männer und Frauen auch im Schulalltag wiederzufinden.

 

Wir danken den Mitgliedern des Beirates für ihre bisherige umfangreiche Arbeit!


Link zu dem Beirat für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen:

www.beirat-iru-n.de

 

Links zu den Kerncurricula für den Islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen:

Sekundarstufe I (2014)

Grundschule (2010)