Muslime in der Bundeswehr

Die Wehrbereichsverwaltung in Hannover ist stellvertretend für die ganze Bundeswehr auf Schura Niedersachsen zugekommen mit der Bitte um Grundsatzklärung der Frage des Umgangs mit im Auslandseinsatz gefallenen muslimischen Soldaten. Dahinter steht die Feststellung, dass immer mehr junge Muslime mit deutschem Pass den Dienst in der BW als auch ausbildungsmäßig attraktiven Arbeitsplatz ansehen. Noch gibt es glücklicherweise keinen Präzedenzfall, doch kann solcher, etwa beim Einsatz in Afghanistan jederzeit eintreten.

 

Im Kern war die Frage zu beantworten, ob ein Gefallener nach engerem islamischem Recht am Orte des Todes bestattet werden oder nach Deutschland überführt werden soll. In Abstimmung mit Fachleuten aus den Reihen der Schura Niedersachsen, anderer Landesverbände und DITIB ergab, dass praktisch alle ein Überführung befürworten. So wurde der BW dann auch unsererseits beschieden. Dabei soll der Tote am Ort des Geschehens nach islamischem Ritus gewaschen und in Leichentücher gewickelt werden. Er kommt dann in einen Überführungssarg, wird mit Ehrenspalier zum Flugzeug geleitet. Im militärischen Teil des Flughafens Köln findet dann in Anwesenheit der Angehörigen, eines von diesen bestellten muslimischen Bestatters, sowie eines Imams, eine Trauerfeier mit Totengebet statt.

 

Noch ist es nicht gelungen, der BW für den Standort Köln Imame mit deutscher, arabischer, türkischer, bosnischer und weiterer Sprachkompetenz zu benennen, die zugleich infolge deutscher Staatsbürgerschaft und sonstiger Unbescholtenheit (Nichtüberwachung) für den militärischen Bereich zugelassen werden können. Hier werden die Mitglieder der Schura Niedersachsen um weitere Hilfe gebeten!