Muslime in deutschen Konzentrationslagern

In der Bundesrepublik hat sich eine besondere Gedenkkultur etabliert, die der Opfer der NS-Zeit gewidmet ist. Dass zu den Opfern auch Muslime gehören, ist bislang kaum beleuchtet worden. Eine Ausnahme: die Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg. Zu mehreren Feierlichkeiten in Bergen-Belsen und Sandbostel war Schura eingeladen.

Als Muslime, die sich für Deutschland als Heimat entschieden haben, ist auch die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit geboten. In der Bundesrepublik hat sich eine besondere Gedenkkultur etabliert, die der Opfer der NS-Zeit gewidmet ist. Dass zu den Opfern auch Muslime gehören, ist bislang eher nicht beleuchtet worden. Eine rühmliche Ausnahme macht da aufgrund persönlichen Engagements die Gedenkstätte Neuengamme bei Hamburg. Zu mehreren Feierlichkeiten in Bergen-Belsen und Sandbostel war Schura eingeladen. Uns ging es darum, die muslimischen Opfer dem Vergessen zu entreißen, etwa den Zigtausenden Angehörigen der Roten Armee, die als Kriegsgefangene dem bewussten und gewollten Verhungern im Lager Sandbostel ausgesetzt waren. Viele von ihnen entstammten den früheren muslimischen Sowjetrepubliken.

 

Zusammen mit dem Imam und weiteren Angehörigen unserer bosnischen Roma-Gemeinde aus Göttingen hatten wir eine Gedenkfeier aus Anlass der Vertreibung der Sinti und Roma aus Norddeutschland in der Gedenkstätte Bergen-Belsen besucht.

 

Dem Thema der Muslime in deutschen KZ-Lagern soll auch weiterhin unsere Aufmerksamkeit gelten. Dabei sei darauf verwiesen, dass Muslime wegen ihrer Religion keiner Verfolgung ausgesetzt waren. Sie kamen meist als Kriegsgefangene aus der französischen, britischen oder der Sowjetarmee ins Reich. Auf der anderen Seite waren es insbes. die muslimischen Bewohner im früheren Jugoslawien, die ihren von deutscher rassistischer Verfolgung und Vernichtung bedrohten jüdischen Mitbürgern Zuflucht gewährten.